NormG 2016: Unerwartete Wendungen

NormG 2016: Unerwartete Wendungen 150 150 DI Harald Staska

Im Zeichen „unerwarteter Wendungen“ stand die Vollversammlung 2016 von Austrian Standards Institute am 29. Juni 2016. Der „Brexit“ als jüngstes Beispiel etwa wird – wie andere unerwartete Wendungen in Politik, Wirtschaft und Recht – die richtige Dosis von Widerstandskraft und Elastizität, gepaart mit Gestaltungskraft, erfordern.

„Unerwartete Wendungen“ haben in den letzten Monaten auch Austrian Standards beschäftigt: 2015 konnte trotz des Entfalls von Förderungen das Normungssystem noch ausreichend finanziert werden. Das ausgewogene Finanzierungsmodell mit einem moderaten Teilnahmebeitrag für die Mitwirkung an der Normung hat seine Funktionstüchtigkeit bewiesen. Und trotz Teilnahmebeitrags ist 2014 und 2015 die Zahl der Teilnehmenden an der Normung gestiegen. Doch das Normengesetz 2016 hat die Rahmenbedingungen für das österreichische Normungssystem erheblich geändert und unter anderem dieses Finanzierungsmodell unmöglich gemacht.

Das Normengesetz bedeute aber eine Zäsur; es werde für alle Beteiligten kein „weiter-wie-bisher“ geben können. Auch wenn Austrian Standards die negativen Auswirkungen kurzfristig mildern könne, mittelfristig müssten alle involvierten Stakeholder mehr Verantwortung übernehmen, damit Österreich die Interessen der heimischen Wirtschaft und Konsumenten in der europäischen und internationalen Standardisierung einbringen kann.

In diesem Sinn seien die Stakeholder dringend gefordert, konkret Verantwortung zu übernehmen – und zwar nicht für Austrian Standards, sondern für den eigenen wirtschaftlichen Erfolg und für einen soliden Wirtschaftsstandort Österreich mit hochwertigen Arbeitsplätzen. „Ob das gelingt, wird eine Frage des Engagements sein – auch und ganz besonders des finanziellen“, unterstrich der wiedergewählte Präsident von Austrian Standards Institute, Walter Barfuß.

Eine zentrale Auswirkung des Normengesetzes ist, dass das erfolgreiche Finanzierungsmodell, mit dem es 2015 gelungen ist, das österreichische Normungssystem voll auszufinanzieren, und das einen moderaten Teilnahmebeitrag für die Mitwirkung an der Normung vorsah, nun nicht mehr möglich sein wird. „Wir müssen ein ausgewogenes Finanzierungsmodell, das den schrittweisen Entfall von Förderungen kompensieren konnte, das einen Zuwachs an Teilnehmenden gebracht hat und ein ausgeglichenes Ergebnis aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2015 ermöglichte, über Bord werfen“, bedauert Manfred Matzka, wiedergewählter Vizepräsident von Austrian Standards.

Quelle: Austrian Standard Institute

DI Harald Staska

DI Harald Staska

Gründer & Geschäftsleitung von STASKA consulting; Berater, Trainer und Auditor, Österreichischer Delegierter in den technischen Komitees ISO/TC 176/SC 2 (Anm.: ISO 9001) und ISO/TC 176/SC 3/WG 24 (Anm.: ISO/AWI 10009), Experte von Austrian Standards International und Stv. Vorsitzender im Komitee 129 "Qualitätsmanagementsysteme und Business-Excellence".

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